Urlaub, aber öko - ARTE - Urlaubsblog

Alles muss Öko sein, auch im Urlaub soll man sich in Bezug auf die Umwelt wohlfühlen.

Ob Raften in Costa Rica, auf der Suche nach den größten Haien in Brasiliens Unterwasserwelten oder beim Bergsteigen in Peru: Die Deutschen mögen es im Urlaub authentisch und neuerdings auch gerne ökologisch korrekt.

„Wir haben Peru sicher ganz anders, schöner und besser erlebt als andere Urlauber“, schwärmt ein Ehepaar, das mit einem Veranstalter des „Forum anders reisen“ einen Monat durch Südamerika getourt ist, den Sonnenaufgang auf dem Machu Picchu erlebt und am Titicacasee bei einer Gastfamilie die einheimische Küche genossen hat. Auch wenn diese Einschätzung sehr persönlich bleibt, liegt sie doch im Trend. Denn glaubt man der aktuellen Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), werden die Deutschen nicht nur immer „professionellere Urlauber“, sondern auch immer anspruchsvoller. Die Touristen in einem Dorf auf den Philippinen, in den kanadischen Wäldern oder auf einem toskanischen Weinberg verbindet eines: die Suche nach dem authentischen Erlebnis.

Das „Forum anders reisen“, ein Verband von rund 130 Reiseveranstaltern, bietet seit zehn Jahren Reisen an, die „überdurchschnittlich stark die Sinne ansprechen“, wie es Rolf Pfeifer, Geschäftsführer des Verbands, ausdrückt. Das allein sei heute nichts Neues mehr, so Pfeifer. Doch die Verbindung dieser lustbetonten Art zu reisen mit ökologischer und sozialer Verträglichkeit ließe das Konzept des Forums zu etwas Besonderem werden. Und er liefert das Stichwort: Nachhaltigkeit. „Mit Beginn der Klimadebatte, also seit 2007, hat die Diskussion um einen ökologischen Tourismus an Fahrt gewonnen“, sagt Rolf Pfeifer, der sich als Ingenieur schon seit Jahren mit Öko-Verträglichkeit beschäftigt. Er ist einer der Erfinder von „atmosfair“ – dem mittlerweile viel genutzten Klimaschutz-Projekt, das freiwillige Abschlagszahlungen von Flugreisenden in Umweltprojekte der Dritten Welt investiert. „Vor der Klimadebatte hatte ‚atmosfair‘ nur wenige Kunden“, erinnert sich Pfeifer. Inzwischen ist der Begriff „Öko“ bei den Kunden sehr positiv besetzt – und „atmosfair“ eine eigenständige GmbH, laut Pfeifer gar ein „fettes Wirtschaftsmodell“. Mit dem Öko-Siegel lässt sich derzeit alles verkaufen, vom Discounter-Hackfleisch bis zur Fünf-Sterne-Luxusreise. Dies wissen die großen Reiseunternehmer für sich zu nutzen, verlinken ihre Hompages auf „atmosfair“ und geben sich dadurch einen grünen Anstrich. 

Quelle: http://www.arte.tv/de/suche/2116218.html

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